Gutschein verschenken und Steuern sparen? Gern. Aber richtig.
Denn seit 1. Januar 2020 müssen Sie hier einiges beachten

„So, Herr Schmidt, danke für das großartige Konzept. Wir möchten uns gerne mit diesem Gutschein über 44 Euro bedanken. Den haben wir selbst gestaltet, um es ein bisschen persönlicher zu machen. Und Schnapszahlen bringen ja Glück.“ Ja, nur keine Steuerersparnis für den Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter einen solche Gutschein mit warmen Worten überreicht. Jedenfalls nicht so.

Seit dem 1. Januar 2020 hat der Bund das Jahressteuergesetz geändert. Die entsprechenden Paragrafen erspare ich Ihnen wie immer an dieser Stelle. Wichtig für Sie ist dies: Es wird viel stärker zwischen Geld- und Sachbezügen bis 44 Euro, die ein Unternehmen seinem Mitarbeiter gewährt, unterschieden. Und nur die reinen Sachbezüge sind steuerfrei.

Nee, ist klar. Und wie soll ich das jetzt bitte unterscheiden?

Das ist gar nicht so schwer. Grundsätzlich gilt: Selbstgemachte Gutscheine sind out, weil nicht mehr absetzbar, nachträgliche Kostenerstattungen (zum Beispiel Barlohn) ebenso. Sprich: Der hübsche am Rechner gestaltete und von allen unterschriebene Gutschein, von dem sich Ihr Mitarbeiter ein Buch kauft – und Sie bezahlen ihm das dann später hinten rum – können Sie nicht mehr absetzen. Denn der Gesetzgeber hat dies ebenso wie die Geldsuggorate ganz klar als reine Geldleistung definiert.

Na, super. Und wie sieht es dann mit den praktischen und oft aufladbaren Gutscheinkarten aus?

Sehr gut. Denn Gutscheinkarten sowie jene Geldkarten, mit denen man ausschließlich Waren oder Dienstleistungen kaufen kann, können steuerlich abgesetzt werden. Das sind zum Beispiel aufladbare Karten für den Einzelhandel, Center-Gutscheine oder die beliebten „City-Cards“. Denn diese Karten können nur dort eingelöst werden, wo sie auch ausgestellt worden sind, zum Beispiel in einem Shoppingcenter. Wichtig: Sie dürfen nur in Deutschland einlösbar sein. Den Wert dieser Gutscheine können Sie voll als absetzbare Kosten angeben. Als Freigrenze gelten wie bisher 44 Euro.

Prima. Dann kann ich also meinem Mitarbeiter künftig monatlich einen solchen Gutschein oder das Aufladen bis 44 Euro schenken und das dann wiederum mit seinem Gehalt verrechnen? Äh … nö.

Denn Gehaltsumwandlungen sind hierbei seit dem 1. Januar 2020 kategorisch ausgeschlossen. Das heißt im Klartext: Wenn Sie Ihrem Mitarbeiter mit dem Gutschein im Wert von bis zu 44 Euro etwas Gutes tun und dies gleichsam komplett steuerlich absetzen möchten, dann müssen Sie den Gutschein ZUSÄTZLICH zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn schenken.

Und mal ehrlich: Das sollte Ihnen ein wertvoller Mitarbeiter doch wert sein!